PRAP Rechner — passive Rechnungsabgrenzungsposten.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten nach §250 Abs. 2 HGB tag-genau berechnen. Für Abonnement-Einnahmen, Mieten, vorausgezahlte Dienstleistungen, alle Fälle wo das Geld schon da ist, der Ertrag aber erst im Folgejahr anfällt.

Was ist ein PRAP?

Passive Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP) sind Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen. §250 Abs. 2 HGB verlangt die Bildung — sie ist nicht optional.

Wirtschaftlich sind PRAP eine "Schuld gegenüber der Zukunft": Der Kunde hat bezahlt, aber die Leistung ist noch nicht vollständig erbracht. Bis der Leistungszeitraum abgeschlossen ist, tragen Sie bilanziell eine Verpflichtung, den Leistungsteil noch zu erbringen.

PRAP-Beispiel — Software-Abo-Anbieter

Ein Software-Anbieter rechnet am 01.10.2024 einem Kunden EUR 12.000 für 12 Monate Software-Nutzung (01.10.2024 – 30.09.2025) ab. Zahlungseingang 10.10.2024. Bilanzstichtag: 31.12.2024.

Buchungssätze:

10.10.2024 (Zahlungseingang):
Soll   Bank                        12.000,00
Haben  Umsatzerlöse                12.000,00

31.12.2024 (PRAP-Bildung):
Soll   Umsatzerlöse                 8.975,34
Haben  PRAP                         8.975,34

In 2025 (über die Abo-Laufzeit aufgelöst):
Soll   PRAP                         8.975,34
Haben  Umsatzerlöse                 8.975,34

Typische PRAP-Fälle

Auflösung im Folgejahr

Der PRAP wird im Folgejahr zeitanteilig in Ertrag aufgelöst. Optionen:

PRAP in der Steuerbilanz

Die PRAP-Vorschrift aus §250 Abs. 2 HGB gilt auch steuerlich (§5 Abs. 5 Nr. 2 EStG). Das bedeutet: ein korrekt gebildeter PRAP wird von der Finanzverwaltung erwartet. Wird er unterlassen, droht eine Gewinnerhöhung bei einer Betriebsprüfung — mit Nachzahlung von Einkommen- oder Körperschaftsteuer auf den zu früh ausgewiesenen Ertrag.

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Häufige Fragen

Was sind passive Rechnungsabgrenzungsposten (PRAP)?

PRAP sind Einnahmen, die vor dem Bilanzstichtag empfangen wurden, aber Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen. Sie stehen auf der Passivseite der Bilanz (eine Verbindlichkeit gegenüber der Zukunft) und werden im Folgejahr ertragswirksam aufgelöst. Rechtsgrundlage: §250 Abs. 2 HGB.

Wo stehen PRAP in der Bilanz?

Nach §266 Abs. 3 HGB auf der Passivseite unter Position D. 'Rechnungsabgrenzungsposten'. Getrennt von Verbindlichkeiten und Rückstellungen.

Ein typisches PRAP-Beispiel?

Ein Verlag erhält am 01.12.2024 eine Jahresabogebühr von EUR 120 für ein Abo das von Januar bis Dezember 2025 läuft. Am 31.12.2024 ist die Gesamtsumme auf der Passivseite als PRAP zu erfassen — weil der komplette Ertrag erst in 2025 anfällt. Im Laufe 2025 wird der PRAP monatlich in Ertrag aufgelöst.

Wann bilde ich einen PRAP?

Wenn drei Kriterien erfüllt sind: (1) Einnahme vor dem Bilanzstichtag, (2) Ertrag für die Zeit nach dem Stichtag, (3) bestimmter Zeitraum. Klassisch: Abo-Gebühren, Mieteinnahmen, Versicherungsprämien (aus Sicht des Versicherers), vorausgezahlte Dienstleistungshonorare.

Was ist der Unterschied zu 'sonstigen Verbindlichkeiten'?

PRAP ist bereits eingegangene Zahlung, die Ertrag wird. Sonstige Verbindlichkeiten sind Zahlungsverpflichtungen an Dritte (Forderungsseite umgekehrt). Wirtschaftlicher Gehalt unterschiedlich — PRAP verwandelt sich im Zeitablauf in Ertrag, Verbindlichkeiten werden durch Zahlung getilgt.

Wird der PRAP auch in der Schweiz (OR) gefordert?

Ja. Art. 958b OR verlangt Periodenabgrenzung für Erträge. Der Schweizer Begriff ist 'transitorische Passiven' — funktional deckungsgleich mit dem deutschen PRAP.

Wie unterscheidet sich PRAP von einer erhaltenen Anzahlung?

Anzahlungen sind Zahlungen auf eine noch nicht erbrachte Lieferung oder Leistung (bilanziell unter 'erhaltene Anzahlungen' auf der Passivseite, §266 Abs. 3 C.3 HGB). PRAP dagegen bezieht sich auf zeitraumbezogene Erträge (Abo, Miete, Pacht). Abgrenzung ist manchmal fein — Faustregel: ist die Leistung zeitraumbezogen → PRAP, ist sie leistungsbezogen → Anzahlung.

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